Neuseeländer
Wilde Kiwis
von Andrea Kofoet
Es ist Freitag abend. Motoren droehnen, Auspuffrohre blubbern und Reifen quietschen. Je lauter desto besser. In langen Konvois kommen sie in die Stadt gefahren: Die jungen, wilden Kiwis– besser bekannt als Boy Racer.
Nein, ich bin nicht auf einer Rennstrecke. Ich bin in Christchurch, der Garden City Neuseelands. Umgeben vom pazifischen Ozean und den Port Hills koennte es idyllischer nicht sein. Doch am Wochenende veraendert sich das Bild. Es sind weniger die Touristen die das abendliche Bild der Stadt praegen. Es sind die schweren Jungs mit Kapuzen, die in polierten Autos stundenlang ueber
die mehrspurigen Alleen des Stadzentrums cruisen und sich illegale Strassenrennen liefern.
Die Anwohner sind aufgebracht und die Polizei machtlos. Die Jungs lassen sich weder von Strafzetteln noch dem Entzug ihres Fuehrerscheins beeindrucken. Sie zahlen nicht und fahren trotzdem. Nun wird heftig debattiert, wie man das Problem in den Griff bekommen kann.
Soll man den Kids das Auto ganz wegnehmen, es eventuell sogar verschrotten? Die Polizeiministerin Judith Collins ist dafuer. Die Jungs haengen sehr an ihren Autos und sie glaubt, dass nur eine drastische Verschaerfung der Konsequenzen wieder Ruhe in den Urlaubsort bringen kann.
Noch handelt es sich um einen Vorschlag. Er wird aber bereits ernsthaft in der Oeffentlichkeit diskutiert und die Regierung arbeitet fieberhaft an einem neuen Geseztentwurf. Es wird interessant werden, diese Entwicklung zu beobachten, denn die Boy Racer haben bereits angekuendigt, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen.

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